In den dritten Programmen läuft jede Woche eine Sendung mit dem Titel "Sehen statt Hören". Es ist ein Wochenmagazin für Hörgeschädigte. Gestern ging es um Inklusion von hörgeschädigten Kindern Jugendlichen in Regelschulen. Da berichten auch hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler über ihre Erfahrungen an der Regelschule. Das fand ich mit meiner Geschichte natürlich auch total interessant.
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/sehen-statt-hoeren/sehen-statt-hoeren112.html
Offenbar haben doch viele hörgeschädigte Schüler ähnliche Gefühle und Schwierigkeiten, wie ich auch. Das ist auf der einen Seite beruhigend. Ich bin nicht allein. Aber traurig macht es mich auch. Als das eine Mädel von seiner Einsamkeit berichtet, da wären mir doch fast die Tränen gekommen.
Vielleicht habt ihr Lust, mal rein zu schauen.
Gut sehen kann ich schlecht, aber schlecht hören, das kann ich gut! (Joseph Kardinal Frings)
Jasna Góra
Sonntag, 14. Juni 2015
Mittwoch, 10. Juni 2015
Präsident rettet Hostie
Da ich es nun schon mehrmals im Internet gefunden habe, zuerst beim Kreuzknappen (Herzliches Vergelt's Gott von dieser Stelle), darf ich das Video hier nun auch teilen. Der designierte polnische Präsident Andrzej Duda rettet (das ist die Übersetzung von "ratuje") eine Hostie:
Der Bischof ist übrigens der Erzbischof von Warschau, Kazimierz Nycz.
Der Bischof ist übrigens der Erzbischof von Warschau, Kazimierz Nycz.
Gemüter
Immer wieder gerne lese ich den Blog von Bischof Clemens Pickel "Katholisch in Südrussland".
Kürzlich hat er mich doch sehr zum Schmunzeln gebracht. Er berichtete vom Abschluss des Eucharistischen Kongresses und von der Fronleichnamsprozession in Novosibirsk.
"Ich ahne, was deutsche Gemüter davon halten." *g* Nun ja, ich ahne es auch.
Das ist es auch, was mir in Polen immer so gefällt, da kann eine Osternacht locker mal 3 bis 4 Stunden dauern, aber das stört niemanden, die Zeit bringt man mit. Oder man steht locker mal zweieinhalb Stunden bei minus fünf Grad auf dem Kirchplatz und feiert die Messe draußen mit, weil in der Kirche kein Platz mehr ist. Auch das stört niemanden. Oder man sieht Menschen mit Krücken und alte Leute, die sich alle Mühe geben, vor dem Allerheiligsten zu knien, weil es ihnen so wichtig ist.
Und dann kommt man beseelt von diesen Erlebnissen zurück nach Deutschland, wo die Leute sich darüber beschweren, dass es in der Kirche keine Sitzkissen für die Bänke gibt, und wo offenbar auch schon sämtliche junge Leute von schweren Knieproblemen geplagt werden, so dass sie vor dem Allerheiligsten nicht mehr niederknien können. *Seufz*
Kürzlich hat er mich doch sehr zum Schmunzeln gebracht. Er berichtete vom Abschluss des Eucharistischen Kongresses und von der Fronleichnamsprozession in Novosibirsk.
"Die Liturgie, einschließlich Erstkommunionfeier und draußen bei über 30 Grad, hatte dreieinhalb Stunden gedauert. Ich ahne, was deutsche Gemüter davon halten. Und ich habe gesehen, wie es die Menschen hier annahmen. Noch sind die Jahrzehnte ohne Priester, ohne Eucharistie, ohne Kirche nicht vergessen."
"Ich ahne, was deutsche Gemüter davon halten." *g* Nun ja, ich ahne es auch.
Das ist es auch, was mir in Polen immer so gefällt, da kann eine Osternacht locker mal 3 bis 4 Stunden dauern, aber das stört niemanden, die Zeit bringt man mit. Oder man steht locker mal zweieinhalb Stunden bei minus fünf Grad auf dem Kirchplatz und feiert die Messe draußen mit, weil in der Kirche kein Platz mehr ist. Auch das stört niemanden. Oder man sieht Menschen mit Krücken und alte Leute, die sich alle Mühe geben, vor dem Allerheiligsten zu knien, weil es ihnen so wichtig ist.
Und dann kommt man beseelt von diesen Erlebnissen zurück nach Deutschland, wo die Leute sich darüber beschweren, dass es in der Kirche keine Sitzkissen für die Bänke gibt, und wo offenbar auch schon sämtliche junge Leute von schweren Knieproblemen geplagt werden, so dass sie vor dem Allerheiligsten nicht mehr niederknien können. *Seufz*
Freitag, 5. Juni 2015
"Lasst Christen hoch den Jubel schallen...
... und schwingt die Herzen himmelan. Gott ist mit uns, und uns vor allen hat seine Huld sich kundgetan. Lasst uns vereint in frommen Weisen anbetend das Geheimnis preisen, das uns nach seines Vater Rat der Sohn zum Heil gegeben hat. Halleluja, Halleluja."
Mein Lieblingsbild zum gestrigen Tage ist das Foto mit dem kleinen Mädchen, das so eine Freude daran hat, Blumen zu werfen :)
Mein Lieblingsbild zum gestrigen Tage ist das Foto mit dem kleinen Mädchen, das so eine Freude daran hat, Blumen zu werfen :)
| Jasna Góra (Tschenstochau) 2012 |
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Sonntag, 24. Mai 2015
Frohe Pfingsten
Gesegnete und frohe Pfingsten euch allen!
Diese Rede von Johannes Paul II. ist in Polen legendär, weil sie als Auslöser für die Entstehung der Solidarnosc und somit der Befreiung Polens vom kommunistischen Regime gilt.
Kardinal Meisner hat es auch einmal sehr schön ausgedrückt. Er hat gesagt: "An Pfinsten hat niemand das Recht, Pessimist zu sein." "Ändern wir uns, dann ändert sich die Welt."
Diese Rede von Johannes Paul II. ist in Polen legendär, weil sie als Auslöser für die Entstehung der Solidarnosc und somit der Befreiung Polens vom kommunistischen Regime gilt.
Kardinal Meisner hat es auch einmal sehr schön ausgedrückt. Er hat gesagt: "An Pfinsten hat niemand das Recht, Pessimist zu sein." "Ändern wir uns, dann ändert sich die Welt."
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Freitag, 22. Mai 2015
Können Sie mich hören?
"Dass Hörgeräte weithin sichtbar sein, denken nur ihre jeweiligen Träger." So hat Alexander Görsdorf es einmal formuliert. Letztlich ist es wohl doch ein Stück weit die Scham, die uns Hörgeräteträger immer denken lässt, man würde die HG's überall sehen.
Auch ich tappe immer wieder in diese Falle. Auch ich denke immer, dass meine Hörgeräte doch weithin sichtbar sein müssten. Vor allem weil sie doch auch noch knallrot sind. Und immer wieder stelle ich fest, dass sie es gar nicht sind. "Ach wie, Sie haben Hörgeräte? Ist mir gar nicht aufgefallen."
Gestern war es ein einziges Mal anders. Ich wollte in Stuttgart am Hauptbahnhof eine Info über den Zug nach Tübingen einholen. Ich fragte also die Dame... und das erste was sie antwortete war: "Können Sie mich so hören?" Gut, kann auch sein, dass die Dame das jeden fragt, glaube ich aber nicht. Ich glaube, die hat tatsächlich meine HG's gesehen. Das war mal nett.
Ganz beschwingt von dieser Erfahrung ging ich dann zum Bahnsteig und stieg in den Zug. Da ich schon den ganzen Tag in lärmenden Zügen gesessen hatte, beschloss ich, meinen Ohren mal Ruhe zu gönnen, schaltete die Hörgeräte aus, schnappte mir ein Buch und begann zu lesen. Sollte man nicht machen. Irgendwann kam nämlich ein junger Mann, der auf dem freien Platz neben mir sitzen wollte, auf dem aber noch meine Tasche stand. Er muss mich mehrmals angesprochen haben, aber ich habe nichts gemerkt. Schließlich tippte er mich an - immerhin! - und als ich aufblickte schaute mal wieder der halbe Großraumwagen zu mir herüber.
Das Schwierige einer Hörbehinderung ist eben auch die Tatsache, dass sie nicht sichtbar ist.
Auch ich tappe immer wieder in diese Falle. Auch ich denke immer, dass meine Hörgeräte doch weithin sichtbar sein müssten. Vor allem weil sie doch auch noch knallrot sind. Und immer wieder stelle ich fest, dass sie es gar nicht sind. "Ach wie, Sie haben Hörgeräte? Ist mir gar nicht aufgefallen."
Gestern war es ein einziges Mal anders. Ich wollte in Stuttgart am Hauptbahnhof eine Info über den Zug nach Tübingen einholen. Ich fragte also die Dame... und das erste was sie antwortete war: "Können Sie mich so hören?" Gut, kann auch sein, dass die Dame das jeden fragt, glaube ich aber nicht. Ich glaube, die hat tatsächlich meine HG's gesehen. Das war mal nett.
Ganz beschwingt von dieser Erfahrung ging ich dann zum Bahnsteig und stieg in den Zug. Da ich schon den ganzen Tag in lärmenden Zügen gesessen hatte, beschloss ich, meinen Ohren mal Ruhe zu gönnen, schaltete die Hörgeräte aus, schnappte mir ein Buch und begann zu lesen. Sollte man nicht machen. Irgendwann kam nämlich ein junger Mann, der auf dem freien Platz neben mir sitzen wollte, auf dem aber noch meine Tasche stand. Er muss mich mehrmals angesprochen haben, aber ich habe nichts gemerkt. Schließlich tippte er mich an - immerhin! - und als ich aufblickte schaute mal wieder der halbe Großraumwagen zu mir herüber.
Das Schwierige einer Hörbehinderung ist eben auch die Tatsache, dass sie nicht sichtbar ist.
Sonntag, 17. Mai 2015
Bushaltestelle
Einmal vor Jahren stand ich an der Bushaltestelle und vertrieb mir die Wartezeit damit, den Busfahrplan eingehend zu studieren. Ich hatte meine Haare zum Zopf gebunden, so dass meine Hörgeräte wohl von hinten sichtbar waren. (Da gehe ich jetzt mal von aus, obwohl ich inzwischen gelernt habe, dass Hörgeräte bei weitem nicht so auffällig sind, wie ich das immer dachte.)
Eine Frau kam zur Haltestelle und da ich ja den Fahrplan musterte konnte ich sie nicht sehen, sie war ja hinter mir. Sie wollte wohl ein Gespräch mit mir beginnen, fackelte nicht lange sondern tippte mich einfach an.
Mir hat das damals ungeheuer imponiert.
Wie oft habe ich schon irgendwo gestanden und jemand hat mich von hinten angesprochen und ich habe nichts gehört? Wie oft haben Leute minutenlang hinter mir gestanden und minutenlang versucht, mir etwas zu sagen? Wie oft schon bin ich peinlich berührt zur Seite gesprungen, als ich plötzlich merkte, dass da jemand mich schon mehrmals gebeten hatte, doch bitte Platz zu machen.
Und dann kam da an jenem Tag diese Dame, die nicht lange fackelte sondern mich einfach antippte. So ohne Berührungsängste. Ich fragte sie sofort, ob sie schon Erfahrung im Umgang mit Hörgeschädigten habe. Es stellte sich heraus, dass sie Behindertenbeauftragte der Uni war. Jedenfalls haben wir uns dann sehr nett unterhalten und sind bis heute befreundet.
Eine Frau kam zur Haltestelle und da ich ja den Fahrplan musterte konnte ich sie nicht sehen, sie war ja hinter mir. Sie wollte wohl ein Gespräch mit mir beginnen, fackelte nicht lange sondern tippte mich einfach an.
Mir hat das damals ungeheuer imponiert.
Wie oft habe ich schon irgendwo gestanden und jemand hat mich von hinten angesprochen und ich habe nichts gehört? Wie oft haben Leute minutenlang hinter mir gestanden und minutenlang versucht, mir etwas zu sagen? Wie oft schon bin ich peinlich berührt zur Seite gesprungen, als ich plötzlich merkte, dass da jemand mich schon mehrmals gebeten hatte, doch bitte Platz zu machen.
Und dann kam da an jenem Tag diese Dame, die nicht lange fackelte sondern mich einfach antippte. So ohne Berührungsängste. Ich fragte sie sofort, ob sie schon Erfahrung im Umgang mit Hörgeschädigten habe. Es stellte sich heraus, dass sie Behindertenbeauftragte der Uni war. Jedenfalls haben wir uns dann sehr nett unterhalten und sind bis heute befreundet.
Dienstag, 12. Mai 2015
Polen und Russland
Bischof Clemens Pickel schrieb neulich, dass in Russland katholisch immer mit polnisch gleichgesetzt werde. Haha, da wird es nun wohl niemanden wundern, wenn ich sage, dass in Polen orthodox meistens mit russisch gleichgesetzt wird.
"Kosciol" ist das polnische Wort für "Kirche". Orthodoxe Kirchen heißen auf polnisch aber "Cerkiew".
"Kosciol" ist das polnische Wort für "Kirche". Orthodoxe Kirchen heißen auf polnisch aber "Cerkiew".
Sonntag, 10. Mai 2015
Frisör
Kürzlich war ich beim Frisör. Oder nennt man das schon Hairstylist? Und weil ich nicht so oft gehe, gönne ich mir dann immer das ganze Programm, also waschen, schneiden, föhnen. Nun muss ich die Hörgeräte dann aber rausnehmen, weil die ja nicht nass werden dürfen. Ich klärte also alles mit der Frisörin und nahm die Hörgeräte dann raus. Leider hatte ich die Rush-hour erwischt und in dem Salon waren viele Leute (sowohl Personal des Salons als auch Kundinnen und Kunden).
Als ich dann sagte, dass ich also die Hörgeräte rausnehmen würde, lagen plötzlich viele neugierige Blicke auf mir. Den vielen Spiegeln sei Dank. Ähm, gucken die Leute auch so neugierig, wenn jemand die Brille abnimmt? Oder fanden die es nur komisch, dass jemand, der noch so jung ist, Hörgeräte hat?
Die Frisörin war sehr nett und hat sich gut mit Gestik und Mimik verständlich gemacht. Manchmal frage ich mich allerdings, ob die mich nicht langweilig finden, groß unterhalten kann ich mich ohne Hörgeräte ja nicht.
Als ich dann sagte, dass ich also die Hörgeräte rausnehmen würde, lagen plötzlich viele neugierige Blicke auf mir. Den vielen Spiegeln sei Dank. Ähm, gucken die Leute auch so neugierig, wenn jemand die Brille abnimmt? Oder fanden die es nur komisch, dass jemand, der noch so jung ist, Hörgeräte hat?
Die Frisörin war sehr nett und hat sich gut mit Gestik und Mimik verständlich gemacht. Manchmal frage ich mich allerdings, ob die mich nicht langweilig finden, groß unterhalten kann ich mich ohne Hörgeräte ja nicht.
Dienstag, 5. Mai 2015
Dachau
Ihr habt es vielleicht mitbekommen, vorgestern war in
Dachau eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung
des Konzentrationslagers am 29. April 1945. Was Bundeskanzlerin Angela Merkel
in ihrer Ansprache leider nicht erwähnte: in Dachau waren auch viele politische Gefangene inhaftiert - und auch sehr viele Geistliche. Offenbar bin ich nicht die einzige, die etwas enttäuscht ist, dass Angela Merkel in ihrer Rede darauf nicht eingegangen ist.
Die meisten der in Dachau inhaftierten Priester waren Polen. Ich habe für meine Dissertation auch Erinnerungen von
überlebenden Priestern gelesen. Es war übrigens so, dass die polnischen Priester noch schlechter
behandelt wurden, als die Priester aus anderen Ländern. Sie durften zum Beispiel nicht
die Kapelle des Lagers nutzen und sie durften auch keine Heilige Messe feiern.
Sie taten es trotzdem, heimlich.
Die polnischen Bischöfe und zahlreiche polnische
Priester haben letzte Woche eine Wallfahrt (ja richtig gelesen: eine Wallfahrt)
nach Dachau gemacht. Eigentlich ist dieser Ort (also das ehemalige
Konzentrationslager) ein unheiliger Ort par excellence. Und doch ist er für
Polens Kirche auch ein heiliger Ort, weil an diesem Ort so viele polnische
Priester ein Martyrium erlitten haben. Stefan Wyszyński sagte immer, dass als das Blut, das
vergossen wurde, zu Rubinen geworden ist.
Am Rande des II. Vatikanischen Konzils nahm Papst Paul VI. Kardinal Wyszynski zu Seite. Er erzählte ihm, dass er noch als Bischof von Mailand ein Vorwort zur italienischen Ausgabe des Buches "Die hellen Strahlen von Dachau" geschrieben habe. Das Buch hatte der Bischof Korszynski geschrieben, der in Dachau inhaftiert war. Wyszynski war einer der Schüler des Bischofs. Jedenfalls sagte Paul VI., dass er tief beeindruck von dem Bischof und von den polnischen Priestern gewesen sei. "Der Bischof muss ein sehr heiliger Mann gewesen sein, wenn er selbst an so einem schlimmen Ort noch helle Strahlen sehen konnte." Über dieses Lob für die polnische Geistlichkeit war Stefan Wyszynski, der immer von typisch polnischen Minderwertigkeitskomplexen (Keiner mag uns!) geplagt war, natürlich hocherfreut. Deswegen posaunter er es gleich hinaus.
Kardinal Marx, der letzte Woche mit den polnischen Priestern eine Messe in Dachau feierte, sagte: "... das Konzentrationslager war kein Ort, den der Teufel gänzlich einnehmen konnte. Selbst von diesem Ort hat Gott sich nicht zurückgezogen. Selbst hier lebte Jesus unter den Menschen." (Ich habe nur die polnische Version und habe das ins Deutsche übersetzt. Es kann also sein, dass der Satz im deutschsprachigen Original etwas anders ist.)
Wer einmal trotz Sprachbarriere einen Blick auf die Internetseiten der polnischen
Bischofskonferenz werfen möchte (hier der Internetauftritt, hier die facebook-Seite), wird feststellen, dass in Polens Kirche die
Erinnerung an die schlimmen Verfolgungen während des zweiten Weltkrieges bis
zum heutigen Tag sehr präsent ist. Westeuropäische Katholiken werden das vielleicht
seltsam finden. Sie werden vielleicht auch denken, dass Polens Kirche sich nur zum Opfer
stilisiere, um sich unangreifbar gegen die Kritik dieser Tage zu machen. Aber
das stimmt nicht. Dieser Teil der Geschichte gehört zur Identität der polnischen Kirche. In Polens Kirche ist immer noch ein großes Bewusstsein
vorhanden für die Tatsache, dass Christentum und Martyrium zusammengehören.
Dass unser Erlöser den Opfertod gestorben ist. Dass das Christentum immer Stein
des Anstoßes sein wird. Und dass die Kirche immer dort blüht, wo sie leidet.
Sonntag, 3. Mai 2015
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